Bootsanglerdemo im Fehmarnsund

Anglerdemo gegen überzogenen Naturschutz und anglerfeindliche Umweltpolitik

Am Samstag, den 22. April 2017 findet im Fehmarnsund eine Bootsdemo von Anglern, Meeresanglern, Brandungsanglern, Bootsanglern sowie Angelkutterbesitzern statt.

Mit der Demonstration soll gegen weitere Einschränkungen der Freizeitfischerei protestiert werden. Bereits heute ist die Ausübung der Freizeitfischerei durch das zum 01.01.2017 eingeführte „bag limit“ massiv betroffen. Viele angeltouristische Betriebe verzeichnen Umsatzrückgänge von bis zu 70%. Weitere Einschränkungen, wie z.B. das vom Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) geplante Angelverbot im Fehmarnbelt ist für die Betriebe nicht mehr zu verkraften. „Das Fass ist voll, weitere Einschränkungen werden wir nicht überleben!“ so Willi Lüdtke vom Verband der Hochseeangelschiffbesitzer.

Etwa 118 Mio. € lassen sich die Angler ihre Ausflüge jährlich kosten. Aufsummiert aus Anfahrt, Unterkunft, Verpflegung, Kutterfahrten und Köder, ergibt sich ein bedeutender wirtschaftlicher Wert von etwa 40-45 Euro für ein Kilo geangelten Dorsch. Die wirtschaftliche Bedeutung der Angler ist längst nicht mehr von der Hand zu weisen. Diese Umsätze sind jetzt massiv bedroht. Ein Verlust ist für die strukturschwachen Regionen nicht mehr zu kompensieren. Bereits heute sind die ersten Auswirkungen deutlich zu sehen: Angelkutter, die nicht mehr auslaufen und Geschäfte, die vormittags nicht mehr öffnen.

Am 22. und 23. April findet in Burgstaaken/Fehmarn die Ausstellung Fishing Master Show (weitere Informationen unter www.angelshow.de) statt. Die Veranstalter rechnen mit über 10.000 interessierten Anglern.

Zur Einstimmung auf die Bootsdemo findet am Vormittag des 22. Aprils auf der Ausstellung eine Podiumsdiskussion mit Politikern und Anglern zu den aktuellen Beeinträchtigungen für den Angelsport am Hafen von Burgstaken statt. Im Anschluss geht es gegen 14:30 Uhr zur gemeinsamen Ausfahrt von Burgstaaken zur  Bootsdemo in den Fehmarnsund. Dort werden weitere Boote aus Heiligenhafen und Großenbrode hinzustoßen. Für die in Burgstaaken anwesenden Angler, die sich spontan an der Demo beteiligen wollen, wird aktuell eine Mitfahrbörse organisiert.

Für die Bootsdemonstration im Fehmarnsund haben sich bereits 20 Angelkutter aus dem gesamten Bereich Schleswig-Holstein sowie Mecklenburg-Vorpommern angemeldet. Rund 50 Kleinboote, die auf Fehmarn und Großenbrode beheimatet sind, haben bereits ihre Teilnahme zugesagt. Auch einige Fischereikutter haben sich solidarisch mit den Anglern erklärt und nehmen an dem Korso teil.

Interessierte Bootseigner  sind eingeladen, sich an der Bootsdemo zu beteiligen. Für weitere Informationen oder für eine verbindliche Zusage wird um Mitteilung an anglerdemo@online.de gebeten.

Lars Wernicke vom Organisationkomitee fordert alle Angler zum Mitmachen auf: „Es ist an der Zeit, ein gemeinsames Zeichen zu setzen gegen überzogenen Naturschutz und anglerfeindliche Umweltpolitik. Es ist Zeit zu handeln, um weitere Einschränkungen für den Angeltourismus zu verhindern!“

Eutin, den 23.02.2017

Weitere Presseinformationen:
Verband der Bäder- und Hochseeangelschiffe e.V.

Willi Lüdtke – 1. Vorsitzender
Tel. 0171/ 4950513
wipikada@t-online.de
BalticSailing e.V.
(in Kürze umbenannt in: Wassertourismus in Schleswig-Holstein e.V.)
– Geschäftsstelle –
Tel. 04521/ 808 987
info@balticsailing.de

mit Unterstützung von:
Allianz gegen das Angelverbot der Freizeitfischerei in den Schutzgebieten der AWZ

Update 27.Juni 2017:
Die Demo im Rahmen der Fishingmasters hat im Prinzip nicht stattgefunden weil der Wind an dem Tag mit 8bft geblasen hat und nur ein paar Kutter rausgefahren sind.

Der Ersatztermin am 17.Juni 2017 konnte aber stattfinden und es war ein großartiger Tag!
Ich nahm an der Kundgebung in Heiligenhafen, sowie an der anschließenden Bootsdemo im Fehmarnsund mit meinem Boot teil. Dabei ist dieses Video entstanden:

Im Anschluß an die Demoveranstaltung wurde Lars Wernicke noch vom Fehmarn-Angler.net Forum (indem ich eines der ersten Mitglieder bin) eine Ehrung für seine erheblichen Bemühungen zu teil die ich natürlich auch gefilmt habe:

Update 5.Juli 2017
Umweltministerin Barbara Hendricks ist nicht zur Kommunikation zu bewegen und hält den Kopf störrisch in den Sand. Alle Versuche auf sachlicher Ebene mit ihr in Kontakt zu treten sind fehlgeschlagen.
Die Kutterkapitäne der Freizeitanglerkutter beklagen 60% Umsatzeinbußen bedingt durch die starken Reglementierungen die Anglern in 2017 auferlegt wurden. Zum Schutze des Dorsches. Der Jahrgang 2015 ist ja angeblich komplett ausgefallen.
Tatsächlich ist es so, das man beim Angeln vom Boot im Juni und Juli 2017 mit Ködern an manchen Tagen nicht mal auf den Grund der Ostsee kommt, weil Jungdorsche die Köder bereits vor dem Grund attackieren. Der Laichjahrgang 2016 ist der viertstärkste seit 1994!
Ich selber habe folgende Email an Frau Hendricks geschickt:

Sehr geehrte Frau Hendricks,

als leidenschaftlicher Bootsangler frage ich mich warum Sie die Betriebe die im Kreis Ostholstein (zb Heiligenhafen oder Burgtiefe/Fehmarn) nicht mal besuchen und dort ihr offenes Ohr beweisen wie Sie es auf ihrer Webseite für den eigenen Wahlkreis Kleve so gut darstellen.
Was tun Sie für diese Familien deren Broterwerb es ist, mit Anglern die eine Menge Geld in der Region lassen, auf ihren Kuttern hinauszufahren und diesen einen schönen Tag zu bescheren?

Ist es wirklich ihr Ernst das Angler mit ihren maximal 100gr schweren Bleiköpfen und einem Gummifisch daran, den Meeresboden beschädigen?
Ist es wirklich ihr Ernst das Angler aus einem riesigen Gebiet der AWZ ausgeschlossen werden sollen, dort im Jahr aber ca. 50.000! Bewegungen der Berufsschifffahrt stattfinden können?
Ist es wirklich ihr Ernst das die (teils ausländische) Berufsfischerei dort mit schwerem Schleppgeschirr den Meeresboden in eine tote Wüste verwandeln kann und tausende untermaßige Dorsche dabei zu Tode gequetscht werden?
Ist es wirklich ihr Ernst das dort unglaubliche Mengen Boden bewegt werden sollen um einen Absenktunnel zu bauen, Angler aber mit ihrer extrem selektiven Fischerei Schäden hervorrufen?

Ich habe den Eindruck das sie mit Scheuklappen getrieben von Handelsdruck Bauernopfer suchen. Das sind wir Angler, richtig?
Wir haben seit 1.1.2017 das Baglimit auferlegt bekommen, damit die Berufsfischer statt 87% weniger, nur 56% weniger Dorsch entnehmen dürfen. Ok, haben wir so hingenommen.
Angler sind Umweltschützer!
Sie sorgen sich um das Gewässer aus dem sie Fische fangen, sie schützen das Gewässer aus dem sie Fische fangen, sie setzen nicht gewollt gefangene Arten oder zu kleine Fische wieder lebendig zurück in ihr Habitat um das ablaichen zu gewährleisten.

Wissenschaftlich begründete Forschungsergebisse des IOW Warnemünde belegen das die Sterblichkeitsrate lebendig zurück gesetzter Dorsche bei unter 10% liegt.
Wir Angler richten also den geringsten Schaden an, den es in der Fischerei überhaupt gibt!

Wieso sollen wir ausgerechnet aus der AWZ ausgesperrt werden?
Ist Naturschutz ihrer Meinung nach nur durch das aussperren des Menschen generell möglich?

Frau Hendricks, Sie haben bereits eine Menge Schaden in Ostholstein angerichtet. Kutterreedereien, Angelladenbesitzer, Haus/Wohnungsvermieter beklagen bereits JETZT 60% weniger Einnahmen!
Könnten Sie von 40% ihres Einkommens noch leben?
Ich bin kaufmännischer Angestellter mit Ehefrau und einem 12 Jährigen Sohn. Ich müsste mit verbleibenden 40% meines Einkommens zur Arge und auffüllen!
Ist das ihre Politik?
Hat die SPD nicht vollmundig versprochen „Politik für den kleinen Mann“ zu machen?

Auch wenn diese Mail voller Vorwürfe Sie bedrängen mag, ich möchte mich sachlich mit Ihnen auseinandersetzen um zu erfahren was die Gründe ihres Handelns und die Ziele dieser Politik sind.
Aktuell geht diese Politik am Menschen vorbei!
Es hat niemand ihrer Wähler etwas davon wenn 10Seemeilen um Fehmarn herum keine Angelkutter mehr fahren dürfen…. Dafür haben Sie eine gesamte Region gegen sich und ihre Ziele aufgebracht.
Die Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat es bereits gezeigt. NRW ist nachgezogen und wenn Sie nicht umdrehen und Unrecht wieder Recht werden lassen, wird es in weiteren Wahlkreisen zum Debakel für sie werden.

Ich freue mich auf ihre Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüße aus dem hohen Norden.

Verschickt am 19.6.2017 an Barbara.hendricks@bundestag.de
KEINE ANTWORT.
erneut verschickt mit einem nachdrücklichen Hinweis am Anfang der Mail:

Sehr geehrte Frau Hendricks,

sicher hatten Sie zu wenig Zeit meine detaillierten Fragen von letzter Woche hinsichtlich der Angelverbote zu beantworten, daher fordere ich Sie hiermit erneut auf zu meinen Fragen Stellung zu nehmen.

-Verschickt am 26.6.2017 an barbara.hendricks@bundestag.de und service@bmub.bund.de
Erwartungsgemäß KEINE ANTWORT

-Erneuter Versand der Email am 30.6. an beide Emailaddressen.
KEINE ANTWORT!

-Erneuter Versand 3.7.2017 an beide Emailadressen.
KEINE ANTWORT!

So nicht, Frau Hendricks!
Ich beginne langsam ernsthaft an der Kompetenz unserer Umweltministerin zu zweifeln.
Ihr Staatssekretär Jochen Flasbarth der als humorbefreiter Souflleur den Ruf genießt im Hintergrund die Fäden zu ziehen, tritt gar nicht erst auf. Dabei ist er es mit Sicherheit der die Ideologie im BMUB vorgibt, war er doch von 1994 bis 2003 hauptamtlicher Präsident des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) e.V.
Nachtigall ick hör dir Linsenbuletten fressen…

Aber worum geht´s hier eigentlich?
Berechtigte Frage, ist ja schließlich sonst nicht der Fall das ich in diesem Blog so konkret austeile…
Barbara Hendricks will im Fehmarnbelt (Die Meeresenge zwischen Puttgarden auf Fehmarn und Rödbyhavn in DK) und der gesamten Hohwachter Bucht bis kurz vor die Kieler Bucht, sowie die Sagasbank vor Großenbrode und die Riffe um Staberhuk am Südostufer Fehmarns ein generelles Angelverbot erlassen.

Angelverbotszone

Angelverbotszonen rot und Violett eingezeichnet

Nach meinen Erkenntnissen soll sogar der Walkyriengrund vor Grömitz sowie die große Sandbank vor Großenbrode zur Schutzzone ernannt werden.

Für dieses Angelverbot gibts eine Begründung: Der Schutz der Riffe dort muss sicher gestellt sein.
Das können wir aber widerlegen!
Es gibt wissenschaftliche Ergebnisse die belegen das die so schützenswerten Riffe in gutem Zustand sind. Also wird sich von Seiten des BMUB was neues ausgedacht: Der Schweinswal muss geschützt werden!
Wir Angler fangen zuviel Dorsch, der Schweinswal hat nix mehr zu fressen!
Schweinswale fressen aber keine Dorsche sondern Heringe, Sprotten und anderes Kleingetier. Mist, schon wieder konnten wir Angler das widerlegen. Ok, also sind es die hochmotorisierten Motorboote der Angler die sich in den Gebieten herumtreiben und zu lange dort verweilen und dabei die Seevögel bei ihrer Mauser stören. Die gemauserten Vögel können also nicht mehr fliegen, werden aber durch still und ruhig dahin dümpelnde Anglerboote so stark gestört, das sie ein Fluchtverhalten von bis zu 2Kilometern! zeigen und dann nicht mehr in ihren Schutzgebieten sind!
Als letztes will man vermutlich einfach die Scheiss Angler nicht dort haben, wo Millionen Tonnen Sand bewegt werden sollen um einen Absenktunnel zu bauen den NUR DÄNEMARK braucht und sonst in Ostholstein kein Mensch haben will….
Aber so ein Milliarden schweres Prestigeobjekt muss natürlich umgesetzt werden…
Ihr seht, es tut sich grad einiges im Lande.

Update 10.7.2017:
Mich macht diese ganze Story wirklich total kirre!
Seit Tagen pöbele ich auf Facebook die SPD voll das sie ihre grün-vegan verseuchte Verbotsministerin zurück pfeifen soll. Unter wirklich jedem SPD Post. Sei es die SPD Schleswig-Holstein, SPD Heiligenhafen, SPD Ostholstein oder auch einfach nur das BMUB…Sie kriegen alle ihr Fett weg. Und wenn nichts mehr geht, kommen andere Veganeridioten(ein Idiot ist einer der einer Idiotie folgt) und erzählt mir ich solle mir ein anderes Hobby suchen, es gäbe genug Menschen die Barbara Hendricks toll fänden und überhaupt was wir denn glauben wer wir seien und welche Macht wir hätten….
Verpeilte Leute gibts….
Dabei wäre es so einfach!
Verbote werden in einer Demokratie NUR und wirklich NUR DANN erlassen, wenn es hieb- und stichfeste, wissenschaftlich belegte Beweise gibt!
Wer glaubt eigentlich einer Umweltministerin die in ihrem Ministerium die Anweisung gibt, das Gäste zukünftig weder Fisch noch Fleisch zum Essen gereicht bekommen dürfen, dazu in einer homosexuellen Beziehung lebt, und öffentlich kolportiert das Angler so weit reglementiert werden müssen wie nur irgend möglich, das sie noch alle Latten am Zaun hat?
Das darf jetzt jeder der sich bis hierher gekämpft hat, selbst überlegen.
Dieses ganze und sehr komplexe Thema geht mir so unglaublich auf die Nerven das ich sogar im Rahmen einer sehr entspannten Grillung mit guten Freunden, die da nicht so tief drin stecken wie ich, am vergangenen Wochenende beim schildern dieser Sachverhalte vor WUT Tränen in die Augen bekomme!
Ich kann wirklich mit allem umgehen, aber Willkür und Ungerechtigkeit ist etwas was mich zum explodieren bringt. Damit kann und will ich nicht umgehen!
Daher rufe ich hier und heute am 10.7.2017 um 23:44 dazu auf am 24.September bei der Bundestagswahl AUF KEINEN FALL DIE SPD ZU WÄHLEN!!!!!

Update 21.7.2017:
Das Bundesumweltministerium hat sich tatsächlich nach nur 4! Wochen bequemt mir auf meine 3x eingesandte Mail zu antworten!

Wie zu erwarten, das übliche BlaBla Gewäsch…

Antwort des BMUB vom 21.7.2017:

 

Sehr geehrter Herr Kubbe,

vielen Dank für Ihre E-Mails vom 19.06., 26.06. und 30.06. an Frau Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks, in der Sie die Angelverbote in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) thematisieren. Da Frau Dr. Hendricks die Vielzahl der täglich eingehenden Anfragen und Kommentare leider nicht alle persönlich beantworten kann, hat sie uns gebeten, dies für sie zu übernehmen. Wegen der hohen Anzahl von Anfragen und der laufenden Arbeiten in den Fachreferaten bitten wir um Verständnis, dass es aktuell in Einzelfällen zu Verzögerungen kommt und wir Ihre E-Mails erst jetzt beantworten können.

Ihrer Bitte um sachliche Auseinandersetzung mit Ihrer Kritik an den zukünftigen Einschränkungen der Freizeitfischerei in den geplanten AWZ-Schutzgebieten kommen wir gerne nach.

Nach den Anhörungen zum Entwurfsstand Januar 2016 in Hamburg haben die in den Verordnungsentwürfen ursprünglich enthaltenen Einschränkungen der Freizeitfischerei einen intensiven Abstimmungsprozess durchlaufen, der zu deutlichen Anpassungen geführt hat. So wurden u.a. die ursprünglich enthaltenen Freizeitfischereiverbote unter Berücksichtigung der Interessen der Freizeitfischerei und des Tourismus – unter Wahrung der jeweiligen gebietsspezifischen Schutzerfordernisse – modifiziert. Statt eines pauschalen Verbotes sehen die fortgeschriebenen AWZ-Schutzgebietsverordnungen nun räumlich und zeitlich differenzierte Regulierungen der Freizeitfischerei vor.

Die Verbotsflächen – auch die des Schutzgebietes Fehmarnbelt – sind deutlich verkleinert worden und fokussieren auf den Schutz von empfindlichen Lebensräumen (Riffe), Nahrungs-, Rast- und Mausergebieten für Seevögel und Aufzucht- und Nahrungs- sowie teilweise Reproduktionsgebieten für Schweinswale in dafür relevanten Teilen der Schutzgebiete:

  • Fehmarnbelt:

von 100 % auf ca. 23 % des Schutzgebietes ganzjährig

  • Kadetrinne:

von 100 % auf ca. 43% des Schutzgebietes ganzjährig und ca. 28 % des Schutzgebietes temporär vom 01.02.-31.05.

  • Pommersche Bucht – Rönnebank:

von 100 % auf ca. 67 % des Schutzgebietes ganzjährig

  • Doggerbank:

von 100 % auf 0 % des Schutzgebietes ganzjährig

  • Borkum Riffgrund:

von 100 % auf ca. 59 % des Schutzgebietes ganzjährig

  • Sylter Außenriff – Östliche Deutsche Bucht:

von ca. 95 % auf ca. 86 % ganzjährige Schließung des Schutzgebiets; unverändert ca. 5 % temporäre Schließung vom 1.10 bis zum 15.5.

Zudem gilt es zu beachten, dass die Freizeitfischerei auf allen Flächen der AWZ außerhalb der Schutzgebiete sowie im Küstenmeer der Nord- und Ostsee weiterhin erlaubt ist.

Nach unserer Auffassung stellt der gefundene Kompromiss einen sehr ausgewogenen Ausgleich zwischen den Interessen der Nutzerseite und des Naturschutzes dar. Ziel der AWZ-Schutzgebietsverordnungen ist es, einen günstigen Erhaltungszustandes des Lebensraums (hier Lebensraumtyp „Riff“) und der für ihn charakteristischen Arten (siehe Artikel 1 e) der Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH-RL) herzustellen; der Dorsch stellt in diesem Zusammenhang eine solche charakteristische Art für den Lebensraum „Riffe“ dar.

Gerne möchten wir Ihnen die Gründe für die verbliebenen Einschränkungen der Freizeitfischerei darlegen. Bei der Freizeitfischerei ist die deutliche Tendenz erkennbar, dass sie sich auf Riffvorkommen konzentriert. Sie ist gezielt auf den Fang von Dorschen ausgerichtet. Die Dorsche kommen hier räumlich-ökologisch eng assoziiert mit dem geschützten Lebensraumtyp „Riffe“ vor – ein lokal bedeutender Nahrungsgrund und bedeutendes Rückzugsgebiet für den Dorsch. Die Entnahmemengen der Freizeitfischerei sind hierbei nicht unbedeutend:

Für 2017 hatte der Internationale Rat für wissenschaftliche Meeresforschung (ICES) den Fangertrag der deutschen Freizeitfischerei für Dorsch in der westlichen Ostsee  auf ca. 2.400 t/a geschätzt. Der Rat der Europäischen Union hat im Rahmen der Festlegung der Gesamtfangmenge für den Ostseedorsch für das Jahr 2017 es für erforderlich gehalten, die Freizeitfischerei bei der Bewirtschaftung des Bestandes einzubinden (sog. Bag-limit-Regelung). Unter der Annahme, dass diese Fangbeschränkungen für die Freizeitfischerei  tatsächlich die von ICES geschätzte  Reduzierung um 900 t bewirken, würde die Freizeitfischerei  noch immer 1.500 t entnehmen, also 25% mehr als die deutsche Berufsfischerei, für die für 2017 eine Quote von ca.1.200 t festgelegt wurde. Für 2018 schätzt ICES die Entnahme durch die deutsche Freizeitfischerei auf ca. 1.750t.

Der Erhaltungszustand des Lebensraumtyps „Riffe“ in der Ostsee wurde im letzten FFH-Bericht 2013 (Dritter Nationaler Bericht (Berichtsperiode 2007–2012) gemäß Art. 17 FFH-Richtlinie) mit „unzureichend“ bewertet. Schutzmaßnahmen auf Ebene der Natura 2000-Schutzziele sind dementsprechend dringend zu ergreifen.

Zusätzlich belegen wissenschaftliche Untersuchungen von Langzeitdaten der Jahre 1980 bis 2011 (Diet composition and food consumption rate of harbor porpoises (Phocoena phocoena) in the western Baltic Sea von ANDREASEN et.al 2017), dass in der westlichen Ostsee (also im Bereich der Schutzgebiete Fehmarnbelt und Kadetrinne) Dorsche und Heringe eine essentielle Nahrungsquelle für Schweinswale sind. Im Herbst – der Zeit, in der Schweinswale Jungtiere führen – sind Dorsche signifikant wichtiger als Heringe. Auch der Schweinswal ist laut FFH-Bericht 2013 in der Nordsee in einem unzureichenden Erhaltungszustand, in der Ostsee sogar in einem schlechten Erhaltungszustand.

In diesem Zusammenhang sei zudem darauf hingewiesen, dass die EU-Kommission wegen der unzureichenden Umsetzung der Verpflichtungen aus den Natura 2000-Richtlinien ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland angestrengt hat und Maßnahmen daher unerlässlich sind.

Im Übrigen ist die Beschränkung der Freizeitfischerei nur eine von vielen Maßnahmen. Z.B. werden in den AWZ-Schutzgebietsverordnungen auch Sand- und Kiesabbau, Baggergut und bauliche Anlagen aller Art geregelt. Für die von Ihnen angeführte Berufsfischerei besteht im Rahmen der AWZ-Schutzgebietsverordnungen keine Regelungskompetenz. Auf europäischer Ebene werden aber im Rahmen der gemeinsamen Fischereipolitik derzeit die zu treffenden Maßnahmen gemeinsam mit dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft für die Nordsee mit den betroffenen Staaten abgestimmt, für die Ostsee werden sie gegenwärtig erarbeitet.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie vor diesen Hintergründen Verständnis für den gefundenen Interessenausgleich zwischen dem Schutz des marinen Naturerbes und den Belangen der Freizeitfischerei aufbringen könnten. Wir hoffen, Ihre Fragen damit ausreichend beantwortet zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Ihr Bürgerservice im BMUB

_____________________________________________________

Referat G II 3
Bürgerkommunikation des BMUB
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau
und Reaktorsicherheit
Stresemannstraße 128 – 130, 10117 Berlin
Telefon       +49 (0)30 18 305-0
E-Mail         service@bmub.bund.de
Internet       www.bmub.bund.de
Facebook    www.facebook.de/bmub
Twitter        twitter.com/bmub
Instagram   www.instagram.com/bmub/

 

Also ihr seht, es gibt nichts neues, das BMUB verschanzt sich immernoch hinter seinen Argumenten die jeglicher Belastbarkeit entbehren und somit ist alles gesagt.