Schleppwobbler für Dorsch

Ein sehr zuverlässiger Erfolgsköder ist der Deeptaildancer von Rapala wenn Dorsch der Zielfisch Nr.1 ist.
Diesen Schleppwobbler gibt es in 3 verschiedenen Größen, wobei ich bisher in den Angelläden nur 2 Größen davon gesehen habe.

7cm: Tauchtiefe bis 5m
9cm: Tauchtiefe 6-7m
11cm: Tauchtiefe 7-9m

Die Verarbeitung dieses Wobblers ist echt Spitze. Er besteht aus 2 Balsaholzhälften die eine durchgehende Edelstahldrahtseele umschließen. Die Edelstahlseele verbindet die Einhängeöse für die Hauptschnur mit den beiden Hakenösen(Mitte und Tail). Damit wird sicher gestellt das kein einzelner Haken im Falle eines starken Gegners aus dem Holz ausreißen kann.
Die Holzhälften werden mit einer excellenten Lackschicht versiegelt und lackiert.
Es gibt eine relativ große Farbvielfalt aus der jeder das sinnvollste Muster für den gewünschten Zielfisch aussuchen kann.

In meinen beangelten Gewässern ist rot, orange und grün die Bringerfarbe auf Dorsch.
Hier meine Lieblingswobbler die ich eigentlich immer im Einsatz habe:

Rapala Deeptaildancer

Rapala Deeptaildancer in 11cm

Der Orange mit den schwarzen Streifen in der Mitte ist ein 9cm Wobbler mit Tauchtiefe bis 7m den ich für sehr flaches Wasser angeschafft habe. Die Farbe hat mich einfach überzeugt.
Meine beiden absolut erfolgreichsten Schleppwobbler sind der zweite von oben und der Vorletzte. Der Vorletzte ist UV aktiv, das bedeutet er strahlt in UV Licht, was die Fische aus unserem Tageslicht erkennen, ganz besonders.

Meine Montage für diese Wobbler ist denkbar einfach:
Ich montiere die Wobbler an einem 2m Vorfach in dessen Verbindung zur Hauptschnur ich noch ein ca. 80gr Birnenblei einhänge. Dann lasse ich 50-60ft Schnur raus und das ganze über 8-10m tiefem Wasser. Wenn die Dorsche da sind und es Beißzeit ist, wird es nur kurze Zeit bis zum ersten Biss dauern :-)
Das Blei bewirkt ein besseres Tauchen des Wobblers.
Empfohlene Schleppgeschwindigkeit: Zwischen 1.5kn – 2,8kn. 

Ob die Wobbler laufen wie sie sollen, erkennt man immer an der Rutenspitze!
Wenn diese gleichmäßig wackelt, tut der Wobbler unter Wasser seinen Job. Wenn die Rutenspitze das mal nicht mehr tut, hat man garantiert Seegras gefangen oder andere Unterwasserpflanzen mitgerissen die den Wobbler ausbremsen. Wichtig ist es also immer die Rutenspitzen im Auge zu behalten und die Bewegung zu kontrollieren!

Viele Dorsche haken sich am Bauchdrilling bei den Wobblern, was leider öfter dazu führt das der Enddrilling sich im oder in der unmittelbaren Nähe des Auges einzieht.
Glücklicherweise sind das eh Größen, die bleiben dürfen :-)
Thema Rollenbremse beim Wobbler schleppen: Meine sind immer komplett zu!
Ich will das die Fische sich selbst haken und mit einer zugedrehten Bremse passiert das auch absolut zuverlässig. Ich hatte noch nie Probleme mit dieser Einstellung deswegen hat sich das bei mir bewährt. Die Wobblerruten stelle ich parallel zur Wasseroberfläche seitlich weg vom Boot aus.

Wobblerrute

Wobblerrute seitlich zum Boot raus

Ein anderer Fall ist es wenn ich Wobbler am Scherbrettchen schleppe:
Dann stehen die Ruten selbstverständlich in den senkrechten Rutenhaltern und die Bremse ist so eingestellt das das Brettchen gerade keine Schnur zieht. Also genauso wie alle anderen Schleppblinker. Allerdings ohne schwere Vorschaltbleie.

Bei aller Begeisterung für diese Köder sollte man aber die Pflege nicht vergessen.
Ich habe meine jetzt nach 2 erfolgreichen Saisonen einem Routinecheck unterzogen.
Und das war wirkich gut so, denn ich habe 2 aufgebogene Drillinge entdeckt!
Die hätten garantiert beim nächsten Einsatz Fehlbisse verursacht.

Deeptail Dancer

Deeptail Dancer mit aufgebogenem Haken. Zeugen guter Drills!

Die Werkseitigen Haken sind im Interesse des Laufverhaltens relativ dünndrähtig, daher kann sowas schon mal passieren und die Spitzen der Haken waren weggegammelt…

Abschließend noch einen Hinweis womit die Wobbler gar nicht funktionieren: Kleine Dipsy Diver! Die Zugkraft der Wobbler bewirkt ein Kippen der Dipsy Diver, sodaß die Tauchscheiben falsch herum angeströmt werden und zwangsläufig auftauchen.

Ein Hinweis sei noch zur angegebenen Tauchtiefe gegeben: Die wird in der westlichen Ostsee garantiert nicht erreicht! Der Zielfisch erfordert eine Schnurdicke die das Abtauchen auf die maximal angegebene Tiefe verhindert. Diese Wobbler sind sehr anfällig für einen großen Schnurwiderstand der bei 0,40-0,45er Mono zwangsläufig entsteht.
Daher auch immer das Blei 2m vorm Wobbler….

Ich kann diese Wobbler eindeutig empfehlen. Auch zum Freihandschleppen auf nicht so schlepporientierten Booten sind sie sehr empfehlenswert. 

Hier noch ein paar schöne Deeptaildancerfische:

Wobblerdorsch

Wobblerdorsch auf 11cm Deeptaildancer gefangen

Dorsch auf Deeptaildancer

Flach gefangener Dorsch auf 11cm Deeptaildancer

 

Wer gern mehrere Wobbler neben dem Boot schleppen möchte, braucht ein paar Scherbrettchen und eine entsprechende Anzahl dieser Wobbler.
In meinem neuesten Video erkläre ich wie das geht:
httpv://www.youtube.com/watch?v=SG1Tr45JOrY